© Wikipedia

Als der Nachtalb meinen Atem raubte …

Plötzlich ist man hellwach: Regungslos, in Atemnot und auf einem sitzt ein abscheuliches Wesen, das einem direkt ins Gesicht grinst.

Der Mahr ist ein sagenumwobenes Wesen und etwa so alt wie der Mensch selbst. Viel wurde in der Vergangenheit über das Wesen spekuliert. Rund ein Drittel der Menschheit hat den Nachtalb, wie er heutzutage genannt wird, bereits hautnah miterlebt.

Einmal von den Fakten abgesehen, kann man sagen, er bringt dem Menschen, auf dem er sitzt, nichts Gutes. Dabei ist es Interpretationssache, was der Mahr denn genau Schlechtes bringen würde.

Ein Erlebnisbericht: Nach einer Party machte sich Martina auf den Weg nach Hause. Die 28-Jährige ist fix und fertig und will nur noch schlafen. Zu Hause angekommen schmiss sie ihre High Heels in die Ecke und legte sich auf die Couch. Ein paar Minuten später schlief sie tief und fest. „Nach einer Weile öffnete ich die Augen und geriet in Panik.“ Martina konnte sich nicht bewegen und es schien, als ob sie die Muttersprache nicht mehr richtig beherrschen würde. „Ich versuchte zu schreien, doch ich bekam einfach keine Luft.“

Die Dentalassistentin spürte, dass sie bald ersticken würde. „Ich versuchte immer wieder, tief Luft zu holen, doch es gelang mir einfach nicht“, erzählte Martina. Doch es kam alles noch viel schlimmer: „Ich fühlte, dass irgendwas auf meiner Brust sass. Ich sah auf meinen Brustkorb und dort war ein unglaublich abscheuliches Wesen.“

Das Wesen grinste Martina an. „Ich wollte schreien, doch es ging nicht, das Wesen kam auf mich zu und schaute mir ins Gesicht, ich spürte, wie es mir was zufügt.“ Martina hatte bis dahin noch nie etwas von diesem Nachtalb gehört, als sie Sekunden später wirklich aufwachte, war es natürlich vorbei mit dem Schlaf. „Ich zitterte am ganzen Körper und habe dann im Internet meine Lösung gefunden.“

So wie Martina ergeht es rund einem Drittel der Menschheit. Schon im Mittelalter glaubte man, dass schwarze Berggeister, Zwerge oder Nachtelfen die Menschen heimsuchen und im Schlaf das Böse einflössen wollen. Im späten Mittelalter wurde aus dem Mahr sogar der Teufel höchstpersönlich. Die Redewendung „Der Teufel hat dich geritten“ ist ein synonym für „Dich hat der Nachtalb geritten“. In Paris wurde in einem Hexenprozess der Nachtalb sogar hochoffiziell bestätigt.

This slideshow requires JavaScript.

Heute wissen wir natürlich mehr. Es gibt keinen Mahr, keinen bösen Zwerg oder Nachtelfen, der einem in der Nacht die Seele rauben will. Das Phänomen heisst Schlafstarre oder wird auch Schlafparalyse genannt.

Jedes Mal, wenn wir schlafen gehen, sorgt der Körper dafür, dass wir uns maximal regenerieren und entspannen können. In den verschiedenen REM-Phasen wird unser Körper stufenweise heruntergefahren. Dazu gehört auch, dass wir unbeweglich werden, um so unseren Bettnachbarn nicht wirklich zu schlagen, falls wir von einer Schlägerei träumen. Ausgenommen von dieser natürlichen Lähmung ist übrigens die Augenmuskulatur – die machen wir tatsächlich nach.

Während den Phasen kann es jedoch sein, dass man plötzlich und für den Körper unerwartet erwacht. Hier beginnt Schlafparalyse. Sie ist grundsätzlich komplett harmlos, aber sie ist anstrengend!

Man hat das Gefühl, man erstickt oder hat aufgrund der nicht fühlbaren Atmung einen unglaublichen Druck auf der Brust.

Eine weitere Erscheinung sind Halluzinationen: Einige sehen einen Nachtalb, andere wiederum sehen sich selbst von oben. Doch das ist alles nur Einbildung.

Manche Personen können den Zustand der Schlafparalyse aktiv beenden, indem sie sich auf einen Finger konzentrieren und versuchen, diesen zu bewegen, oder sich immer wieder selbst zureden.

Den meisten jedoch hilft, einfach zu wissen, dass es natürlich ist und alles, was man sieht, nicht real ist. Doch dies ist einfacher geschrieben als getan. Akute Panik benebelt manchmal die klare Sichtweise, so wie in Martinas Fall.

Übrigens: Die Schlafparalyse kann durchaus auch zu einer Krankheit werden, die medikamentös behandelt werden kann. Der Erfolg ist aber nicht jedem garantiert. Informieren Sie sich bei einer Fachperson, sollte das Problem des Öfteren stattfinden.

 


Ausführliche Links zu diesem Thema:
Nachtalb auf Wikipedia > Schlafparalyse auf Wikipedia >

 

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.