Aus Versehen auf Werbeanzeige geklickt und 1 Mio. Dollar kassiert!

Luzern(sat): Richard Grauer(27) kann sein Glück kaum fassen. Täglich sortiert er Spamnachrichten nach Gut und Böse. Die Guten verschiebt er in den E-Mail-Ordner „Passed“ und die schlechten in „Trash“. „Dies mache ich den ganzen Tag“ schmunzelte er. Als KV-Angestellter bei einer Schweizer Grossbank, wollte er einen Job, bei dem es ihm egal ist, welche Sprache er können muss oder welchen Schlips er tragen sollte: „Ich wollte einfach viel Geld verdienen und am Computer arbeiten“. Nach der Lehre bot ihm die interne Stelle der Grossbank einen Job im Shipment-Department an. Diese Abteilung ist dafür zuständig, dass keine Spam- oder Virennachricht bei den Angestellten durchsickert.

Richard erinnerte sich noch genau an diesen besagten Tag, an dem die besagte Werbeanzeige, oder auch Spam genannt, in sein „ToDo“ Ordner reinkam. „Eigentlich sah die Werbung aus wie eine ganz normale Spamnachricht“, doch anstelle von „Trash“ klickte er aus Versehen auf einen Link im E-Mail Kontext. „Ich gelang auf eine Seite von Herrn Mr. Mumbareg aus Kenia. Auf der Seite stand auf Deutsch: Investor geben eines Geldgeber anlegen!“, für Richard war der Fall klar, dies ist eine Spamnachricht. Kurzerhand löschte er die E-Mail.

„Plötzlich passierte, was Unheimliches!“ sein Geschäftstelefon klingelte und Herr Mr. Mumbareg war am Telefon. „Da ich nur ein bisschen englisch kann, habe ich ihn fast nicht verstanden.“ Der kenianische Investor konnte zum Glück ein bisschen Deutsch. „Wir unterhielten uns sicher zwei Stunden, dann stellte sich heraus, dass Herr Mr. Mumbareg ein Ölportfolio besitzt, das er mir schenken will. […] Ich müsste nur 200 Franken mit Western Union schicken.“ Richard fand das etwas komisch, aber der Reiz war grösser.

Gesagt, getan. Am Abend fand die Geldübergabe statt. Am nächsten Morgen erhielt er wieder einen Anruf. „Guten Tag Herr Grauer“ sprach eine nahezu akzentfreie Stimme durch den Hörer, erzählte uns Richard. Am Telefon wurde ihm erklärt, dass Herr Mr. Mumbareg ihn als alleinstehenden Erben seines Vermögens eingetragen hat und verstorben ist. Richard Grauer aus Luzern ist nun eine Million Dollar reicher.

Später stelle sich heraus, dass der allein Gebliebene Josef Mumbareg ein kleines Öl-Feld (80m2) besass. Er wollte es seiner Regierung nicht gönnen, dass sein gesamtes Erbe an den Staat geht, welcher von Lobbyisten regiert wird. Daher nahm er in Kauf, sein Geld einem Land zu Sponsoren, das es zu wissen weiss, wie man es unnötig ausgeben kann.

Richard findet es ironisch, denn „Auch hier wird doch das Land von Lobbyisten regiert, oder etwa nicht?“ – Warum er zuerst 200 Franken zahlen musste, ist ihm nicht bekannt, aber es interessiere ihn auch nicht.

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