Mann überlebt ADOVS-Fall.

Unfassbar: Mann überlebt, nach dem er ein Gewürz zwei Tage nach Ablauf noch gegessen hat.

Dramatisch, was sich am Sonntag Nachmittag in der Stadt Winterthur abspielte. Es sind Szenen, die an bekannten Serien erinnern.

Elias Affolter (26) überlebte nur knapp eine schwerwiegende Lebensmittelvergiftung. Die Ärzte im Spital Winterthur sprechen über ein Wunder. Dr. Johannes Kälter auf Anfrage von uns: «Herr Affolter zeigte zuerst nur leichte Anzeichen einer Gastroenteritis. Nach einer Zeit mussten wir ihn jedoch intubieren […], wir sind nicht davon ausgegangen, dass er dies nicht überleben wird, und haben bereits den Pfarrer angerufen».

Dabei fing der Tag für Elias sehr gut an. Er wollte sich am Abend ein vegetarisches Steak machen. Dabei griff er zum Gewürzstreuer: «Ich habe nicht gesehen, dass dieses Gewürz bereits schon 2 Tage abgelaufen war». Danach ging alles schnell, der 26-Jährige konnte gerade noch rechtzeitig die Ambulanz anrufen. Auf der Fahrt ins Spital brach er danach zusammen. «Es wurde alles schwarz und man sah diese berühmten Sternchen».

«Vielen Leuten ist nicht bewusst, dass sobald das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht wurde, die Lebensmittel sofort und unverzüglich giftig werden» so der Lebensmittelexperte Paul Haller. Im Fachbereich nennt man dies ADOVS (Ante diem optimus venenum supito). Die Ärzte raten grundsätzlich, alle Lebensmittel nach dem Ablaufdatum sofort zu vernichten. Die Detailhändler empfehlen dabei «sicherheitshalber einen Tag vor Ablauf vernichten», so die Grosshandelsgewerkschaftssprecherin Barbara Müller.

Der toxikologische Bericht bestätigt den ADVOS-Fall im Zusammenhang mit dem Gewürzsteuer. Die Firma, welche nicht genannt werden wolle und diese Gewürzstreuer vertreibt, schreibt auf Anfrage: «Dumm gelaufen, das Ablaufdatum ist auf allen Produkten aufgedruckt […], wer kommt auf die Idee, etwas noch nach dem Ablauf zu verzehren?»

Elias ist wieder auf dem Weg zur Genesung und wird in Zukunft genau auf das Mindesthaltbarkeitsdatum achten. Denn nur so lassen sich solche Aufenthalte im Spital vermeiden.