Rekrutenvereinigung verklagt Bund wegen Irreführung und Täuschung.

Bern(sat): Vor einem Tag startete die Dritte RS. Rund 7’600 Rekruten wurden eingeladen, sich an den Feierlichkeiten zu beteiligen. Darunter auch 1’400 Rekruten, welche den Dienst am Stück antreten möchten.

„Schon im Vorfeld gab es Verwirrung“, sagte Moritz K. (19): Vereinspräsident der Durchdiener Vereinigung Bern (DVB). „Nach einem anstrengenden Arbeitstag mussten wir zur Informationsveranstaltung des Bundes nach Bern, während dieser 2-stündigen PowerPoint-Präsentation mussten wir das wichtigste herausfiltern“, klagte Moritz. „Mir war es nicht bewusst, dass die nächsten Schritte entscheidend für meine Zukunft sein würden“.

Am gleichen Tag lernte Moritz K. noch 10 weitere angehende Rekruten kennen. Einer davon war Tobias B. (19). „An diesem Tag wurden wir gezielt in die Irre geführt!“, sagte der Hobbywaffennarr und gewählter Kassier bei der DVB.

„Ein halbes Jahr später“ so Moritz, „Mussten wir zur Aushebung.“ Bis dahin rechnete noch keiner der beiden, was noch auf sie zukommen würde. Tobias schilderte den Verlauf so: „Auf dem Formular stand: Können Sie sich vorstellen am DD-Programm teilzunehmen? – Ich dachte mir, wow, ein Domino Day in der Armee! Das wär ja cool!“ Tobias B. motivierte alle Freunde, auch DD anzukreuzen. Doch es sollte anders kommen.

„Herr je! Wer weiss schon, dass DD – Durchdiener heisst? Nun muss ich den Dienst am Stück machen!“ sagte Moritz. Auch bei der Hotline vom Bund half man ihm nicht weiter: „Da hätten Sie am Informationstag besser aufpassen sollen!“ hat man ihm mittgeteilt. Moritz und Tobias müssen nun mit 10 weiteren Personen den Durchdiener antreten. „Wir werden den Bund verklagen! Wegen Irreführung und Täuschung!“

Bernhard Basler von Basler und Züricher Anwälte in Bern sieht gute Chancen vor Gericht. „Hätte der Bund einen Facebook-Livestream oder einen Snapchat-Stream gestartet, würde es jetzt nicht zu diesem Präzedenzfall kommen. Der Bund zeigt sich einfach zu altmodisch.“ so Basler weiter.

Die Durchdiener Vereinigung Bern (DVB) sieht also gelassen in die Zukunft und freut sich auf den Entscheid im nächsten Jahr.

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