Das Ja- und Nein-Lager der Waffeninitiative auf Facebook

Was wählt man, wenn der Bund selbst nicht weiss, was passieren wird?

Es ist nicht leicht, sich ein Bild der Abstimmung vom 19. Mai 2019 bezüglich der Umsetzung der EU-Waffenrichtlinie im Schweizer Waffenrecht zu machen. Will man sich neutral informieren, so wird man von Online-Werbung an prominenter Stelle bereits bei der Recherche zu einem Ja oder Nein gedrängt. Wer nun glaubt, dass dieser Artikel eine der zwei Seiten unterstützt, der sollte unbedingt weiterlesen.

Wir haben uns die Mühe gemacht und eine Statistik des Ja- und Nein-Lagers erstellt. Diese soll zeigen, mit was für Methoden diese um die Gunst der Wähler buhlen und welche dabei einen Erfolg versprechen könnten – einen Social Media Erfolg.

 

Ja Nein
Seite @JAzumWaffenrecht @EUDiktatNein
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Beiträge 15 25
Ø Beitragsfokus 87% Eigenwerbung
10% Schlammschlacht
3% Anderes
56% Schlammschlacht
40% Eigenwerbung
4% Anderes
Ø Textkompläxität (LIX) Niedrig Mittel
Ø Reaktionen 127 175
Ø Kommentare Befürworter des Nein-Lagers Befürworter des Nein-Lagers

Facebook: Zeitraum: 01.05.2019 – 09.05.2019.

Fazit:
Das Ja-Lager ist in Sachen Social Media noch sehr weit hinten und bietet Zündstoff mit Einheitsbrei und Fakten, die fast nur die Gegner erreichen. Während statistisch gesehen, das Nein-Lager sich mehrheitlich darauf fokussiert eine Schlammschlacht zu führen und in einigen Berichten sogar eine Desinformation aufzudecken versucht. Das Nein-Lager weiss jedoch wie man die Leser fesseln kann, denn die meisten Kommentare zeigen, dass sie voll und ganz auf einer Linie sind.

Was wählt man, wenn der Bund selbst nicht weiss, was passieren wird?

Was am 19.05.2019 rauskommt, das entscheidet jedoch immer noch der Wähler, obwohl selbst der Bund gar nicht so richtig weiss, was nun faktisch wirklich bei einem Ja oder Nein passieren wird. Auf der Seite des EJPDs (https://www.ejpd.admin.ch/waffenrichtlinie) liest man ungewöhnlich viele «hätte, bedroht, vorgesehen. …»